Schwere Sicherheitslücken in Fax-Funktion

Kritische Sicherheitslücken in der Fax-Technologie erlauben es, Multifunktionsdrucker und Kopierer mit Netzwerkverbindung zum Einfallstor für Hacker zu machen.

Auf der Sicherheitskonferenz „Def Con 26“, die vom 9. bis 12. August in Las Vegas stattfand, präsentierten Forscher des Software-Herstellers Check Point mit „Faxploit“ einen beunruhigenden Fund. Die in vielen Multifunktionsdruckern und Kopierern enthaltene Fax-Funktion beziehungsweise unterliegende Protokolle weisen schwere Sicherheitslücken auf.

Mit einem speziell präparierten Bild, das lediglich konventionell an eine Fax-Nummer gesendet werden muss, lassen sich Fehler provozieren, die im Anschluss das Einschleusen und Ausführen von Code auf Geräten aus der Ferne ermöglichen. Konkret sollen Cyberkriminelle bei Faxploit Schädlinge im Speicher eines Druckers platzieren können.

Verfügt der Drucker nun über eine WLAN- oder LAN-Verbindung, können Schädlinge jeder Art auf weitere Geräte übergehen und Schaden anrichten. Laut Check Point sind Infizierungen mit Erpressungs- oder Krypto-Mining-Trojanern möglich. Denkbar sind auch Spionage-Angriffe. Wie Check Pointsagt, sollen Geräte verschiedener Hersteller betroffen sein, auch Online-Fax-Dienste griffen auf die fehlerträchtigen Protokolle zu.

Gegen den Empfang von entsprechend präparierten Faxen können Betroffene wenig ausrichten, außer komplett auf das Fax zu verzichten oder Netzwerk-Funktionen zu deaktivieren. Die mittlerweile fast 40 Jahre alte Fax-Technologie ist heutzutage vorrangig noch in Unternehmen und bei Behörden im Einsatz. Wer auf das Fax und Netzwerkfunktionen nicht verzichten kann, sollte auf Firmware-Updates der Hersteller warten.